MS Alvara: Warum die ehemalige Insignia genau zu Phoenix Reisen passt
Phoenix übernimmt ein 28 Jahre altes Schiff von Oceania Cruises und macht es ab November 2027 zum vierten Hochseeschiff. Ein Blick auf die Flottendaten zeigt, dass das kein Zufallskauf ist.
26. Oktober 2026 ·
Seit dem 23. Oktober sind die ersten Reisen buchbar. Phoenix Reisen übernimmt die 1998 gebaute Insignia von Oceania Cruises und bringt sie nach einem Werftaufenthalt in Bremerhaven ab November 2027 als MS Alvara in Fahrt. Damit wächst die Hochseeflotte des Bonner Veranstalters wieder auf vier Schiffe.
Warum dieses Schiff
Wer nur die Pressemeldung liest, sieht einen Gebrauchtkauf. Wer die Flotte danebenlegt, sieht ein Muster:
- MS Artania — Baujahr 1984, 1.188 Gäste, 44.348 BRZ
- MS Amera — Baujahr 1988, 800 Gäste, 39.051 BRZ
- MS Amadea — Baujahr 1991, 624 Gäste, 28.856 BRZ
- MS Deutschland — Baujahr 1998, 520 Gäste, 22.400 BRZ
- MS Alvara (ex Insignia) — Baujahr 1998, 684 Gäste, 30.277 BRZ
Die Alvara liegt mitten in diesem Feld. Baujahr wie die MS Deutschland, Größe zwischen Amadea und Amera. Phoenix kauft keine Neubauten und keine großen Schiffe — der Veranstalter bedient ein Publikum, das kleine Schiffe, feste Tischzeiten und überschaubare Gästezahlen sucht. Ein Schiff für 684 Gäste passt da hinein, eines für 3.000 nicht.
Dazu kommt ein praktischer Punkt: Kleine Schiffe erreichen Häfen, die großen verschlossen bleiben. Genau damit wirbt Phoenix seit Jahren.
Was zuerst gefahren wird
Die Premierensaison besteht überwiegend aus Kurzreisen ab Hamburg. Die erste trägt die Nummer ALV001 und führt vom 11. bis 16. November 2027 nach Rotterdam und Amsterdam. Es folgen eine Fahrt in den Ärmelkanal und eine nach Skandinavien. Dazu kommen zwei einwöchige Adventsreisen und zwei längere Mittelmeerfahrten.
Sieben Reisen waren zum Verkaufsstart buchbar. Weitere Angaben stehen im Phoenix-Magazin vom 6. November und im Katalog „Seereisen 2028", der am 18. Dezember erscheint.
Wo die Insignia gerade fährt
Noch ist sie für Oceania unterwegs. Unsere Positionsaufzeichnung hat sie zuletzt am 25. Oktober in der Adria erfasst, rund 60 Kilometer vor Dubrovnik. Bis zur Übergabe hat sie also noch gut ein Jahr unter altem Namen vor sich.
Für Phoenix-Stammgäste heißt das: Zeit genug, sich an einen neuen Namen zu gewöhnen. Für alle anderen ist es eine Erinnerung daran, dass in der Kreuzfahrt kaum ein Schiff verschrottet wird, solange sich noch ein Käufer findet. Die Artania fährt seit 1984, die Amera seit 1988 — Schiffe werden in dieser Branche selten alt, sie wechseln nur den Namen.