Landgang 2026: Welche Häfen jetzt extra kosten
Immer mehr Häfen erheben eigene Abgaben für Kreuzfahrtgäste oder begrenzen die Zahl der Anläufe. Ein Überblick, was 2026 dazugekommen ist und worauf man beim Buchen achten sollte.
30. August 2026 ·
Der Reisepreis ist das eine, die Endabrechnung das andere. 2026 haben mehrere der beliebtesten Mittelmeer- und Nordsee-Häfen ihre Abgaben für Kreuzfahrtgäste erhöht oder neue eingeführt. Ein Überblick, wo es teurer geworden ist.
Griechenland: bis zu 20 Euro pro Person
Santorini und Mykonos verlangen in der Hauptsaison bis zu 20 Euro je Gast für den Landgang. Beide Inseln gehören zu den am stärksten überlaufenen Zielen der Ägäis, und die Abgabe ist ausdrücklich als Steuerungsinstrument gedacht, nicht nur als Einnahmequelle. Außerhalb der Hauptsaison fällt der Betrag niedriger aus.
Santorini verteilt die Gäste neu
Für Santorini kommt 2026 eine Änderung dazu, die den Landgang praktisch spürbarer verändert als der Betrag: Ein neues Verteilsystem schreibt vor, dass bis zu 70 Prozent der Kreuzfahrtgäste im alten Hafen unterhalb von Fira anlanden und höchstens 30 Prozent den Hafen Athinios nutzen dürfen.
Das hat Folgen für die Planung an Bord. Wer in Fira anlandet, kommt über die Seilbahn, den Eselspfad oder zu Fuß nach oben — bei mehreren Schiffen gleichzeitig entstehen dort seit jeher die längsten Wartezeiten der Ägäis. Wer über Athinios kommt, braucht den Bus. Welchen Weg Sie nehmen, entscheidet nicht mehr die Reederei allein, sondern die Quote.
Amsterdam: 14 Euro pro Tag — und eine offene Grundsatzfrage
Amsterdam erhebt für Kreuzfahrtgäste eine Tagestouristenabgabe von 14 Euro pro Tag. Interessanter als der Betrag ist die Richtung: Die Stadtverwaltung hat angekündigt zu prüfen, ob Hochsee-Kreuzfahrten in Amsterdam bis 2035 ganz beendet werden. Ein Beschluss ist das noch nicht, aber ein deutliches Signal für alle, die Nordeuropa-Routen langfristig planen.
Barcelona: höhere Steuer und weniger Schiffe
Barcelona verschärft gleich an mehreren Stellen: Die Touristensteuer steigt, die Zahl der Passagiere wird strenger gedeckelt, und die Umweltauflagen im Hafen ziehen an. Ein Teil der Abgabe fließt direkt an die Stadt. Für den größten Kreuzfahrthafen des Mittelmeers ist das ein bemerkenswerter Kurswechsel — Barcelona war jahrzehntelang der Hafen, der Wachstum am aktivsten gesucht hat.
Wo diese Beträge im Reisepreis stecken
Die wenigsten dieser Abgaben zahlen Sie an der Gangway. Üblich ist, dass die Reederei sie einzieht und in der Position Hafengebühren oder Serviceentgelt ausweist. Zwei Konsequenzen daraus:
- Der beworbene Reisepreis enthält sie oft nicht. Prüfen Sie, ob „inkl. Hafengebühren" wirklich dabeisteht.
- Bei einer Routenänderung ändern sich auch die Gebühren. Fällt Santorini aus und wird durch einen kleineren Hafen ersetzt, kann sich der Betrag nach unten korrigieren — automatisch passiert das selten.
Worauf Sie beim Buchen achten sollten
- Endpreis statt Startpreis vergleichen. Zwei Angebote mit gleichem Grundpreis können sich bei den Nebenkosten um dreistellige Beträge unterscheiden, wenn die Routen unterschiedlich teure Häfen enthalten.
- Bei Ägäis-Routen nachrechnen. Zwei Anläufe in Santorini und Mykonos summieren sich für eine vierköpfige Familie auf bis zu 160 Euro allein an Landgangsabgaben.
- Tenderhäfen prüfen. Wo mit Booten angelandet wird, hängt der Landgang zusätzlich vom Wetter ab. Die Gebühr entfällt dann meist, der Ausflug aber auch.
Wer die Anläufe seiner Route vorab prüfen will, findet die Häfen mit Sehenswürdigkeiten, Klimadaten und Webcams in unserer Hafendatenbank.