Kreuzfahrtradar24 Kreuzfahrtradar24.de

Was kostet eine Kreuzfahrt wirklich? Alle Kosten ehrlich aufgeschlüsselt

Der beworbene Reisepreis ist nur der Anfang. Wir schlüsseln alle Nebenkosten einer Kreuzfahrt ehrlich auf – von Trinkgeld über Getränke bis Landausflüge – inklusive realistischer Beispielrechnung.

18. Mai 2026

„Kreuzfahrt ab 599 Euro" – solche Lockangebote kennt jeder. Der Haken: Der Katalogpreis ist nur ein Teil der Wahrheit. Wir rechnen ehrlich vor, was an Bord noch dazukommt – und wie hoch die Gesamtrechnung am Ende wirklich ausfällt.

1. Der Reisepreis – und was er enthält

Im Grundpreis enthalten sind immer: die Kabine, das Hauptbuffet und mindestens ein Hauptrestaurant, das Unterhaltungsprogramm, Pools, Fitnessbereich und der Transport von Hafen zu Hafen. Das klingt nach „alles drin" – ist es aber nicht. Alles, was über die Grundversorgung hinausgeht, wird separat abgerechnet.

2. Trinkgeld bzw. Servicegebühr

Der größte versteckte Posten. US-Reedereien (Royal Caribbean, NCL, Carnival, Princess, MSC) buchen automatisch 16–22 US-Dollar pro Person und Tag auf die Bordrechnung. Bei einer 7-tägigen Reise zu zweit sind das schnell 220–300 Euro. Deutsche Premium-Reedereien wie TUI Cruises (Mein Schiff) haben das Trinkgeld bereits im Reisepreis – bei AIDA und Costa ist es optional und niedriger.

3. Getränke

Wasser, Filterkaffee und Tee zu den Mahlzeiten sind meist kostenlos. Alles andere kostet: ein Bier 5–8 Euro, ein Cocktail 8–12 Euro, eine Flasche Wein 25–45 Euro. Getränkepakete kosten 40–70 Euro pro Person und Tag – sie lohnen sich nur für Gäste, die wirklich täglich mehrere alkoholische Getränke trinken. Ausnahme: Premium-All-inclusive-Marken wie Mein Schiff, bei denen Marken-Spirituosen und Wein im Preis stecken.

4. Landausflüge

Die von der Reederei verkauften Ausflüge kosten 50–150 Euro pro Person und Halbtag. Bei sieben Häfen und zwei Personen kommen so leicht 600–1.500 Euro zusammen. Wer Häfen auf eigene Faust erkundet oder Touren über Anbieter wie GetYourGuide bucht, spart oft 30–50 Prozent.

5. Spezialitäten-Restaurants

Steakhouse, Asia-Restaurant oder Gourmet-Lokal kosten 15–60 Euro Aufpreis pro Person und Besuch. Pflicht ist das nicht – Buffet und Hauptrestaurant reichen vollkommen. Aber viele Gäste gönnen sich ein bis zwei Abende.

6. WLAN an Bord

Internet über Satellit kostet 10–30 Euro pro Tag. Wer es im Voraus als Paket bucht, zahlt weniger als an Bord. Für eine Woche sollte man 50–120 Euro einplanen, falls man online sein will.

7. An- und Abreise

Bei Mittelmeer- oder Karibik-Kreuzfahrten kommt der Flug zum Abfahrtshafen dazu (oft 150–600 Euro pro Person), eventuell eine Hotelübernachtung vor Reisebeginn. Reisen ab deutschen Häfen wie Hamburg, Kiel oder Warnemünde sparen diesen Posten komplett.

8. Reiseversicherung

Eine Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherung kostet 50–120 Euro – und ist unverzichtbar. Eine Behandlung im Bordhospital wird vollständig privat bezahlt.

9. Spa, Foto, Casino & Co.

Massagen, professionelle Fotos, Casino, Wäscheservice: alles Aufpreis. Hier entscheidet allein die eigene Disziplin – diese Posten lassen sich komplett vermeiden.

Realistische Beispielrechnung: 7 Tage Mittelmeer, 2 Personen

  • Reisepreis (Balkonkabine): 1.800 €
  • Servicegebühr / Trinkgeld: 200 €
  • Getränke (moderat, ohne Paket): 250 €
  • Landausflüge (teils selbst organisiert): 400 €
  • Spezialitäten-Restaurant (1 Abend): 70 €
  • WLAN: 60 €
  • Flug + Transfer: 500 €
  • Reiseversicherung: 90 €

Gesamt: rund 3.370 Euro – also fast das Doppelte des reinen Reisepreises. Genau diese Differenz übersehen viele Erstbucher.

Die wirksamsten Spartipps

  • Reise ab einem deutschen Hafen wählen – spart Flug und Hoteln.
  • Landausflüge selbst organisieren statt über die Reederei buchen.
  • Getränkepaket nur buchen, wenn man wirklich täglich mehrere Drinks trinkt.
  • Innen- statt Balkonkabine spart 30–40 Prozent – sinnvoll, wenn man kaum in der Kabine ist.
  • Nebensaison statt Schulferien: spart oft 30–50 Prozent beim Reisepreis.

Fazit

Eine Kreuzfahrt ist selten so günstig, wie der Katalogpreis suggeriert – aber auch keine Kostenfalle, wenn man die Nebenposten kennt. Wer Trinkgeld, Getränke und Ausflüge realistisch einplant, erlebt an Bord keine böse Überraschung. Als Faustregel gilt: Rechnen Sie zum Reisepreis noch einmal 50 bis 90 Prozent obendrauf, dann liegen Sie nah an der echten Endsumme.