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Trinkgeld auf dem Kreuzfahrtschiff: Wie viel, an wen – und kann man es abwählen?

Servicegebühr, Trinkgeld, automatische Bordabrechnung: Wie das Trinkgeld-System auf Kreuzfahrtschiffen funktioniert, wie hoch es je Reederei ausfällt – und ob man es streichen kann.

18. Mai 2026

Kaum ein Thema sorgt bei Kreuzfahrt-Einsteigern für mehr Verwirrung als das Trinkgeld. Mal ist es im Preis enthalten, mal landet es automatisch auf der Bordrechnung, mal soll man bar zahlen. Dieser Ratgeber bringt Ordnung ins System.

Warum überhaupt Trinkgeld?

Auf internationalen Kreuzfahrtschiffen ist ein großer Teil der Crew – Kabinenstewards, Restaurant-Personal – traditionell niedrig grundbezahlt. Das Trinkgeld ist fester Bestandteil ihres Einkommens, nicht bloß ein Bonus. Deshalb haben die meisten Reedereien es zu einer festen, automatisch abgerechneten Servicegebühr gemacht.

Servicegebühr je Reederei – ein Überblick

  • TUI Cruises (Mein Schiff): Trinkgeld ist vollständig im Reisepreis enthalten. Es wird an Bord nichts zusätzlich abgerechnet.
  • AIDA Cruises: kein verpflichtendes Trinkgeld. Wer möchte, kann freiwillig etwas geben – erwartet wird es nicht.
  • Hapag-Lloyd Cruises: Trinkgeld im Reisepreis enthalten.
  • Costa Crociere: Servicepauschale von rund 10–12 Euro pro Person und Tag, automatisch auf der Bordrechnung.
  • MSC Cruises: rund 10–16 Euro pro Person und Tag, je nach Fahrtgebiet.
  • Royal Caribbean, NCL, Princess, Celebrity, Carnival: 16–22 US-Dollar pro Person und Tag, automatisch abgerechnet. Bei Suiten teils höher.

Bei US-Reedereien summiert sich das spürbar: Ein Paar zahlt auf einer 7-Nächte-Reise schnell 220–310 US-Dollar allein an Servicegebühr.

Deutsche vs. internationale Reedereien

Die Faustregel: Bei deutschen Reedereien (TUI Cruises, Hapag-Lloyd, weitgehend auch AIDA) müssen Sie sich um Trinkgeld kaum Gedanken machen – es ist enthalten oder freiwillig. Bei internationalen Reedereien ist die Servicegebühr ein fester, kalkulierbarer Kostenpunkt, den Sie von Anfang an einplanen sollten.

Kann man die Servicegebühr streichen?

Bei den meisten US-Reedereien lässt sich die automatische Servicegebühr am Gästeservice-Schalter theoretisch reduzieren oder streichen. Empfehlenswert ist das aber nicht. Das Geld kommt der Crew zugute, die täglich für Sie arbeitet. Wer mit dem Service unzufrieden ist, sollte das konkret ansprechen, statt pauschal allen das Trinkgeld zu kürzen. Ein legitimer Grund zur Anpassung besteht höchstens bei nachweislich schlechtem Service.

Sollte man zusätzlich bar Trinkgeld geben?

Die automatische Servicegebühr deckt den Standard ab. Ein zusätzliches Bar-Trinkgeld ist freiwillig und üblich nur für besondere Leistungen – etwa wenn der Kabinensteward über die Woche hervorragend war. Üblich sind dann 10–20 Euro am Ende der Reise, direkt überreicht.

Trinkgeld auf Getränke

An Bar und Restaurant wird auf Getränke oft automatisch ein Servicezuschlag von 15–18 Prozent aufgeschlagen – getrennt von der allgemeinen Servicegebühr. Ein weiteres Trinkgeld ist dann nicht nötig.

Fazit & Empfehlung

Behandeln Sie das Trinkgeld bei internationalen Reedereien als das, was es ist: ein fester Bestandteil des Reisepreises. Planen Sie es von Anfang an mit ein, dann gibt es keine Überraschung auf der Bordrechnung. Wer das Trinkgeld-Thema komplett vermeiden möchte, bucht eine deutsche Reederei wie TUI Cruises oder Hapag-Lloyd – dort ist alles im Preis enthalten.